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Krankenversicherung für Selbstständige

16 Feb

Autor: admin - Kategorie: Versicherung

Wie alle Bürgerinnen und Bürger müssen auch Selbstständige seit dem 1. Januar 2009 Mitglied einer Krankenversicherung sein. Allerdings haben Selbstständige die Wahl, ob sie freiwillig gesetzlich krankenversichert sein wollen oder lieber in die private Krankenkasse wechseln wollen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung

Die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung hat für Selbstständige ganz klar den Vorteil, dass sie wie bisher mit der Versicherung Anspruch auf alle Leistungen im Krankheitsfalle haben wie angestellte Arbeitnehmer. Nach Ausscheiden aus der gesetzlichen Versicherungspflicht (z.B. durch Aufnahme einer Selbstständigkeit) hat ein Selbstständiger drei Monate Zeit den Antrag auf freiwillige gesetzliche Krankenversicherung zu stellen. Danach ist nur noch eine Mitgliedschaft in der privaten Krankenversicherung möglich.
Die Beitragshöhe ist eindeutig der größte Nachteil in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung. Die Beiträge orientieren sich an der gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Selbstständigen. Für die Beitragsberechnung wird ein fiktives Grundeinkommen von mindestens 1.916,25 Euro (Stand 2011) angelegt, so dass ein monatlicher Mindestbeitrag von 297,09 Euro (15,5 Prozent von 1.916,25 Euro) fällig wird. Selbstständige, die den Gründungszuschuss erhalten, zahlen für die Dauer des Gründungszuschusses einen geminderten Beitrag. Dabei wird ein Mindesteinkommen von 1.277,50 Euro zugrunde gelegt, so dass Selbstständige einen Mindestbeitrag 198,01 Euro (15,5 Prozent von 1.277,50 Euro). Doch gerade in der Startphase verdienen Existenzgründer meist weniger als 1.227,50 Euro pro Monat. Und auch das fiktive Grundeinkommen von 1.916,25 Euro verdienen nur wenige Selbstständige regelmäßig pro Monat. Der Höchstbetrag der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung liegt derzeit bei monatlich 570,00 Euro.

Private Krankenversicherung

Selbstständige können jederzeit zur privaten Krankenkasse wechseln. Die Versicherungszeiten in der gesetzlichen Krankenkasse werden in der Regel auf die Wartezeiten der privaten Krankenversicherung angerechnet. Viele private Krankenversicherungen bieten günstige Einsteigertarife speziell für Selbstständige an. Dadurch können sie sich relativ günstig absichern (ab ca. 130 Euro pro Monat), was gerade in der Startphase der Selbstständigkeit für viele Existenzgründer besonders wichtig ist. Sobald die Geschäfte laufen, kann ein privatversicherter Selbstständiger seinen Versicherungsschutz etwa durch höherwertige Leistungen aufstocken.
Bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung sollte der Leistungskatalog des gewünschten Tarifs genau studiert werden. Denn im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung müssen viele Leistungen zusätzlich versichert werden, wie etwa ambulante und stationäre Leistungen oder Zahnersatzleistungen. Wer auf das Krankentagegeld nicht verzichten möchte, muss auch dies zusätzlich in den Versicherungsvertrag aufnehmen. Aber Achtung: Jede zusätzliche Leistung kostet Geld!
Die Versicherungsprämie für eine private Krankenversicherung ist von vielen Faktoren abhängig, z.B. Alter, Geschlecht, Vorerkrankung etc. Sie werden in der Regel im Rahmen einer Gesundheitsprüfung überprüft und anschließend bewertet. Damit die Versicherungsprämie nicht zu hoch steigt, können Privatversicherte durch Selbstbeteiligungen ihre monatlichen Prämien deutlich reduzieren, was bei der gesetzlichen Krankenkasse nicht möglich ist.

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